



Nach der Eröffnung der Eidgenössischen Militärbetriebe in den 1860er Jahren entstand gegen das Ende des 19. Jahrhunderts im Gebiet zwischen Kaserne und Mittlerer Strasse in Thun ein eigentliches neues Quartier im Westen der Stadt. Aufgrund der stark wachsenden Schülerzahlen wurde 1907 mit dem Bau eines neuen Schulhauses, dem Pestalozzischulhaus, begonnen. Die Anlage wurde durch die Thuner Architekten Grütter & Schneider sowie Tschaggeny entworfen.
Das Gebäude ist im zeittypischen Heimatstil gehalten, weist jedoch auch Elemente des Jugendstils auf. Die Fassaden sind so gegliedert, dass die Schulanlage trotz ihrer Monumentalität sehr vielschichtig und differenziert wirkt. Im Innern wird durch die grosszügige Befensterung, Täferungen, Brunnen etc. eine ansprechende Raumatmosphäre geschaffen.
Das hundertjährige Schulhaus und die zugehörige Turnhalle bedürfen nun einer umfassenden Sanierung. Die Gebäudehülle soll energetisch verbessert werden, fast alle haustechnischen Installationen müssen ersetzt werden und die Oberflächen im Inneren sind zu erneuern. Gleichzeitig sind die Nutzungsverteilung zu überdenken sowie der Pausenplatz neu zu konzipieren.
Das vorliegende Projekt respektiert die Gesamtanlage und die hervorragend gestalteten Bauten, stärkt die vorhanden Qualitäten und verfolgt unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer und wirtschaftlicher Aspekte die Strategie der „minimalen Eingriffe“. Insgesamt soll der Rahmen für eine kindergerechte Umgebung und für zeitgemässe Unterrichtsformen geschaffen werden.
Spezialisten
Nydegger + Finger AG, Bauingenieure, Bern
Boess + Partner AG, Elektroplaner, Bern
Roschi + Partner AG, HLKS-Planer, Ittigen
Müller Wildbolz Partner GmbH, Landschaftsarchitektur, Belp
Ausloberin
Einwohnergemeinde Thun
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